Geschichte des Rittergutes
Die Zeit des Rittergutes und der Herren von Löbbecke
von 1810 bis heute
Im Rahmen der Säkularisierung veranlasste Napoleon 1810 das Einziehen des kirchlichen Gutes. Damit fiel das Anwesen an das Bankhaus der Gebrüder Löbbecke, die 1889 von Wilhelm II., König von Preußen, in den Adelsstand erhoben wurden. 1957 trat Hans-Jost von Löbbecke das Familienerbe in Dorstadt an, bevor 2006 der älteste Sohn, Konstantin von Löbbecke,  den Betrieb übernommen hat.
Zum Gut gehörten noch 330 Hektar Ackerland sowie 350 Hektar Wald.
 
Die Zeit des Klosters und der Nonnen
von 1189 bis 1810
Das Kloster wurde als Augustinerrinnen Nonnenkloster gestiftet und vom Stifter mit dem vormaligen Schloss Neuenburg mit seinen Gärten und Plätzen, sowie mit Acker und Wald ausgestattet. Die Ländereien lagen in unterschiedlichen Ortschaften, sowie Besitzungen in Dorstadt selbst in unterschiedlichen Händen lag. Durch zahlreiche Tauschgeschäfte wurde in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten der klösterliche Besitz arrondiert und durch zahlreiche Schenkungen von einflussreichen Persönlichkeiten und durch gute eigene Wirtschaft sehr stark erweitert.
Zu dieser Zeit ging es um Besitzungen wie: Acker, gemessen in Hufe Land, Holz-Nutzungen/Holzungen, Höfe, Gärten(acras) oder den Zehnten aus bestimmten Ortschaften es ging um Mühlen oder Mühlenrechte oder Fischerei-Gerechtigkeiten. Der Besitz des Klosters war weit gestreut, es war eines der reichsten und bedeutendsten des Bezirkes, mit hervorragenden Boden ausgestattet und durch die nahe Residenzstadt Heinrichs des Löwen, Braunschweig, mit guten Absatzmöglichkeiten begünstigt.
Mit dem 15. Jahrhundert hörten die Vergrößerung und die Schenkungen an das Kloster auf. 1517 schlägt Dr. Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentür von Wittenberg. Das Unwesen durch den Kauf von Ablasszetteln oder generell das Freikaufen von Sünden hörte auf.
 
Die Zeit des Edelherrn v. Dorstadt
vor 1000 bis 1189
Die frühe Geschichte der Herren v. Dorstadt ist heute nicht mit letzter Sicherheit nach zu vollziehen. Sehr wahrscheinlich kamen die Edelherren mit Karl dem Großen ins Land um gegen die heidnischen Sachsen zu kämpfen. So waren die Dorstädter zu Anfang des letzten Jahrtausends eine der ersten Geschlechter des Landes mit umfangreichen Besitzungen bis in das Fürstentum Halberstadt hinein. Das heute noch in Emersleben, nordöstlich von Halberstadt, stehende Schloß ist von den Herren v. Dorstadt gebaut. Ihr Stammsitz ist jedoch das heutige Dorstadt, wahrscheinlich hieß der Sitz damals Schloss Neuenburg und nach der Klosterstiftung nahm dieses den Namen des Stifters an: Dorstadt. Die Herren v. Dorstadt wurden in alten analen als Dynasten bezeichnet, sie waren Lehnsherren, aus ihrer Familie entstammten die Grafen von Schladen und sie waren auch Stadthalter in Oberitalien, eingesetzt von Kaiser Barbarossa.
Der letzte Besitzer des Stammschlosses, Arnold v. Dorstadt wurde in der Mitte des zwölften Jahrhunderts geboren und galt als unerschrockener Kämpfer, zuverlässiger Freund und Beschützer der Schwächeren. So hatte man ihm als jungem Mann schon die Schirmvogtei des benachbarten Klosters Heinigen übertragen. Später zog mit Kaiser Barbarossa nach Palästina um als Kreuzritter gegen die Ungläubigen zu kämpfen. Als Beute von einem von Ihm in die Flucht geschlagenen mauretanischen Königs nahm er dessen schöne Tochter Bina, er gewann ihre Liebe, sie ließ sich zum christlichen Glauben bekehren und heiratete ihn. Da die Linie dieser beiden im Mannesstamme auslosch, fassten die beiden im Alter den Entschluss ein Kloster zu gründen, dem sie ihre umfangreichen Besitzungen übereigneten.
Zur Stiftungsgeschichte jener Zeit rankten sich einige Anekdoten, so hat sich recht hartnäckig die folgende erhalten:
„Arnold war mit seiner Gemahlin Bina zu einem Turnierspiel nach Halberstadt gezogen. Die beiden hatten ein kleines Hündchen, welches ihnen sehr ans Herz gewachsen war.
Arnold tummelte sich mit mehreren anwesenden Rittern auf dem Kampfplatze herum, und das kleine Hündchen, welches sein Herrchen unter den Kämpfenden hervorsuchen will, gerät unter die Hufe der Pferde und wird zertreten.
Arnold und seine Gemahlin waren über diesen Verlust untröstlich und er wütete, tobte und raste und zündete im Sturm seines Zornes die Domkirche zu Halberstadt an allen vier Ecken an wodurch dieses prächtige Gebäude ein Raub der Flammen wurde und zusammen stürzte.
Arnold empfand bald eine bittere Reue und fasste unter Zuraten seiner Gemahlin den Entschluss ein Kloster zu stiften.